Realisierungswettbewerb „Neubau Bürgerhaus (Rathaus mit Museum) in der Kreisstadt Olpe“ |Ideenwettbewerb „Vernetzung Bürgerhaus - Bigge - Innenstadt“

Ausloberin:
Ausloberin ist die Kreisstadt Olpe, vertreten durch den Bürgermeister Peter Weber.

Wettbewerbsbetreuung:

Drees & Huesmann Stadtplaner PartGmbB

Auslobung nach den "Richtlinien für Planungswettbewerbe RPW 2013"
Von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen unter der Nummer W 98/19 registriert.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Die Kreisstadt Olpe möchte auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofes in der Innenstadt ein neues Bürgerhaus errichten. Der Begriff „Bürgerhaus“ ist dabei bewusst gewählt: Das Gebäude soll sich funktional
zusammensetzen aus einem Rathaus als Sitz der Verwaltung mit rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Stadtbücherei sowie einem Museum mit entsprechenden ergänzenden Nutzungen und größeren,
auch durch die Bürgerinnen und Bürger nutzbaren, öffentlichen Bereichen. Dabei sind auch Möglichkeiten für ein kleines gastronomisches Speisenangebot der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch
der Besucherinnen und Besucher vorzusehen. Aspekte der Barrierefreiheit haben den geltenden gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Es wird begrüßt, wenn diese visionär, d. h.
über den geltenden gesetzlichen Rahmen hinaus, gedacht werden.

Der Neubau dient als Ersatz des bestehenden Rathauses, das abgerissen werden soll.

Auf die Errichtung einer Tiefgarage ist im Zusammenhang mit dem Neubau zu verzichten. Im unmittelbaren Umfeld sind die benötigten Stellplätze / Garagen für Dienstfahrzeuge und Besuchende, Eltern-Kind-
Stellplätze sowie Behindertenstellplätze vorzusehen.

Im Rahmen eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (2017 - 2020) ist der Neubau eines der ersten größeren Umbauprojekte auf einer Fläche, die ungefähr so groß ist, wie die bestehende Innenstadt.
Die Stadt soll dabei entlang der voraussichtlich wieder freigelegten Bigge bis zum in ca. 500 m beginnenden Biggesee neu gestaltet werden.
Daher beinhaltet die Wettbewerbsaufgabe neben dem Realisierungswettbewerb für den Neubau des Bürgerhauses (Rathaus mit Museum) auch einen Ideenwettbewerb für die Vernetzung Bürgerhaus – Bigge
– Innenstadt. Dabei sollen Bezüge des Gebäudes zu seiner Umgebung unter Berücksichtigung der Ideen aus dem in Bearbeitung befindlichen ISEK aufgenommen und hergestellt werden.
Da der Rückbau des ehemaligen zentralen Omnibusbahnhofes vor dem ehemaligen Bahnhofgebäude ein zentrales Element der bisherigen Ergebnisse des ISEK ist, kann diese Idee gerne aufgegriffen und in Verbindung
mit der Umgebung gebracht werden.
Wichtig sind daher auch die städtebaulichen, funktionalen und gestalterischen Bezüge zur Altstadt. Dem Rathausumfeld kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu, da das Gebäude zu allen vier Himmelsrichtungen
eine attraktive Außendarstellung benötigt. Eine „Rückseite“ gibt es in diesem Sinne nicht. Erweiterungs- und Verkleinerungsoptionen für die unterschiedlichen Nutzungsbereiche müssen unabhängig
voneinander möglich sein (flexible Nutzung).

Bedeutend ist auch der Umgang mit dem bestehenden ehemaligen Bahnhofsgebäude und dem Stellwerksgebäude, welche nicht unter Denkmalschutz stehen. Ob Teilrückbau bzw. -erhalt oder vollständiger
Erhalt bzw. Rückbau beider Baukörper mit jeweiliger Integration des Neubaus, bleibt dem Wettbewerb überlassen.
Jedoch soll zwischen der vorherigen Bahnhofsnutzung und der neuen Nutzung als Bürgerhaus ein Bezug aufgezeigt werden. Der Bahnhof soll als identifikationsstiftender Ort ablesbar sein.
Ziel für das neue Bürgerhaus soll es sein, gleichermaßen der Geschichte und den Zukunftszielen der Kreisstadt Olpe in seiner Architektur Rechnung zu tragen.

Für den Nutzungsbereich „Verwaltung“ besteht die politische Vorgabe zur Umsetzung eines New-Work-Konzeptes mit non-territorialem Arbeiten und der Trennung der Arbeitsbereiche in Front- und Backoffice.
Angelehnt an niederländische Beispiele wie Venlo, sollen unter Berücksichtigung der Mitarbeiter/innengesundheit in Gestaltung und Materialität ca. 75 Arbeitsplätze für ca. 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
Olpe entstehen (Quote: 75 %). Vielfältige und unterschiedliche Arbeitsplatzangebote sollen die Projektarbeit, Mitarbeiter/innenkommunikation und Aufgabenorientiertheit fördern. Auf spezielle Verwaltungseinheiten
muss in der Ausgestaltung Rücksicht genommen werden (z.B. Ordnungs- und Sozialbereich sowie Stadtbücherei).
Der Bürgerkontakt soll über eine angemessene Anzahl von öffentlich zugänglichen Besprechungsbereichen sichergestellt sein, die auch anderweitig genutzt werden können.

Neben der Stadtbücherei soll ein Museum mit ca. 500 m² Fläche sowohl für Ausstellung als auch die erforderlichen Nebenräume in den öffentlich zugänglichen Bereich des Gebäudes integriert werden.
Hier gilt es, gegenseitige Synergieeffekte zwischen Verwaltung, Bücherei, Museum und ggfs. weiteren öffentlich nutzbaren Räumen, z. B. einem repräsentativen Veranstaltungsraum/Ratssaal für ≤ 199 Personen,
zu finden und gestalterisch umzusetzen.

Eine hohe Nachhaltigkeit, angelehnt an die Vorgaben nach BNB, und Energieeffizienz bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit des Gebäudes in Errichtung und langfristiger Unterhaltung sind wesentliche Vorgaben,
für die durch den Wettbewerb optimale Konzepte und Lösungsansätze gefunden werden sollen.
Das Gebäude soll über den gesamten „Lebenszyklus", d.h. von der Errichtung über den Betrieb bis hin zur späteren Entsorgung, nachhaltig sein. Dabei können auch ökologische, heimische und gesunde Baumaterialien
wie Holz berücksichtigt werden.

Ziel des Wettbewerbes ist es, über alternative und optimierte Konzepte eine/n geeignete/n Auftragnehmer/in (Architekt/in, Innenarchitekt/in, Landschaftsarchitekt/in) für die weiteren Planungsleistungen zu finden.

Termine

09.04.-14.05.2020  Bewerbungsfrist
26.05.2020             Losziehung
04.06.2020             Versand der Unterlagen
12.06.2020             Rückfragenfrist
12.06.-06.07.2020  Digitales Kolloquium mit zwei Rückfragerunden
10.08.2020             Abgabe Planunterlagen
17.08.2020             Abgabe Modell
30.09.2020             Preisgericht
08.10.2020             Ausstellungseröffnung

Wettbewerbsteilnahme / Wettbewerbsverfahren

Der Wettbewerb wird als nichtoffener Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren ausgelobt.
Zugelassen sind Bewerbergemeinschaften aus:
- Architekt/in in zwingender Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt/in oder
- Architekt/in in möglicher Zusammenarbeit mit Innenarchitekt/in bzw. Innenarchitekt/in in möglicher Zusammenarbeit mit Architekt/in und jeweils zwingender Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt/in oder
- Innenarchitekt/in mit uneingeschränkter Bauvorlageberechtigung (gem. § 67 BauO NRW 2018) in zwingender Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt/in.


Von der Auslobeinr wird eine Teilnehmerzahl von 24 angestrebt, davon werden 8 Bewerbergemeinschaften gesetzt, 16 Teilnehmer/innen werden durch ein anonymes Losverfahren ausgewählt.

 

Preise und Anerkennungen

Für Preise und Anerkennungen stellt die Ausloberin als Wettbewerbssumme für den Realisierungs- und Ideenwettbewerb einen Gesamtbetrag in Höhe von 195.000 € (inkl. 19% MwSt.) zur Verfügung.
Die Wettbewerbssumme verteilt sich folgendermaßen auf den Realisierungs- und Ideenwettbewerb:

Realisierungswettbewerb „Neubau Bürgerhaus (Rathaus mit Museum)“
= 185.000 € (inkl. 19% MwSt.)

Ideenwettbewerb „Vernetzung Bürgerhaus - Bigge - Innenstadt“
= 10.000 € (inkl. 19% MwSt.)

1. Preis Realisierungswettbewerb |
3. Preis Ideenwettbewerb

BKS Architekten GmbH
Stanczus Schurbohm Gössling, Lübbecke

Mario Schurbohm, Dipl.-Ing. Architekt BDA

Mitarbeit: Joachim Blomeyer | Marta Potuslka | Stefan Niggemeyer | Dena Rajabi | Leander Kroll | Mario Schurbohm | Dirk Stanczus

mit

JKL – Junker + Kollegen Landschaftsarchitektur und Stadtplanung, Osnabrück
Prof. Dipl.-Ing. Dirk Junker

Mitarbeit: Dirk Junker | Jenya Luebben | Vivienne Schmale

Weitere Beteiligte:
Lichtplanung: Sascha homburg
Visualisierung: Loomn Architektur
Modellbau: wup Modellbau
Brandschutz: Schlüter Thomsen

2. Preis Realisierungswettbewerb

LANKES KOENGETER Architekten, Berlin
Hans Josef Lankes, Architekt

mit

birke zimmermann landschaftsarchitekten, Berlin
Florian Birke, Landschaftsarchitekt

3. Preis Realisierungswettbewerb |
2. Preis Ideenwettbewerb

Bez+Kock Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart
Martin Bez, Dipl.-Ing. Architekt
Thorsten Kock, Dipl.-Ing. Architekt

Mitarbeit: Jing Zhao, Dipl.-Ing. Architektin | Yong Liang, Dipl.-Ing. Architekt | Nadine Do

mit

club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln
Prof. Dipl.-Ing. (FH) Burkhard Wegener, Landschaftsarchitekt

Mitarbeit:
Yuanqi Zhou, M.Sc. Landschaftsarchitektur | Anke Otten

Weitere Beteiligte:
Renderbar Jörg Röhrich, Stuttgart
Modellbau Boris Degen, Esslingen
Brandschutz: Schlüter Thomsen

Anerkennung Realisierungswettbewerb |
1. Preis Ideenwettbewerb

Blocher GmbH / blocherpartners, Stuttgart
Vandana Shah, Dipl.-Ing. Architektin, Partner
Jürgen Gaiser, Innenarchitekt, Partner

Mitarbeit: Relana Hense | Klemens Sitzmann | Christiane Hornemann, Innenarchitektin | Omar Elfadaly

mit

Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten PartGmbB, Esslingen a.N.
Rainer Gänßle, Landschaftsarchitekt

Mitarbeit: Stephanie Weiler, Landschaftsarchitektin

Anerkennung Realisierungswettbewerb |
Anerkennung Ideenwettbewerb

ANA - Adam Natkaniec Architekt, Hamburg
Adam Natkaniec, Architekt

Mitarbeit: Bastian Peters, Architekt

mit

rabe landschaften, Hamburg
Sabine Rabe, Landschaftsarchitektin

Mitarbeit: M.Sc. Felicitas Wiener | M.Sc. Jan Dubsky

Download Auslobung und Dokumentation

> Auslobung (PDF)
> Ergebnisdokumentation (PDF)